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Tarifvertrag berlin einzelhandel

In der EU 15 vor Mai 2004 wurde die Zahl der Einzelhandelsunternehmen im Jahr 2000 auf rund 2,6 Millionen geschätzt, wobei die Gesamtwertschöpfung 7 % der gesamten “Unternehmenswirtschaft” und einen Umsatz von 10 % der Gesamtmenge betrug, wie aus den Daten von 2001 hervorgeht – siehe Tabelle 1 unten. Mehrarbeitgeber-Tarifverträge betreffen im Allgemeinen keine Bonussysteme oder Bewertungssysteme, die auf der Individuellen- oder Konzernleistung basieren. In ausgewählten Dienstleistungsbranchen wie dem Geschäftsbankensektor und dem genossenschaftlichen Bankensektor können bis zu 8 % des individuellen Jahresgehalts auf individuelle oder gruppenbasierte Kriterien (DE0608029I) angewiesen sein. Darüber hinaus ermöglicht eine Vereinbarung (die sogenannte Phoenix-Vereinbarung, DE0604029I) zwischen dem Arbeitgeberverband der metallverarbeitenden Industrie in Ostdeutschland (Ostmetall) und der Christlichen Gewerkschaft Metall (CGM) eine Erhöhung des Grundlohns um bis zu 20 % je nach Leistung des einzelnen Arbeitnehmers. In der metallverarbeitenden Industrie ermöglicht eine Härtefallklausel (Tarifvertrag Beschäftigungssicherung) Unternehmen, die Arbeitszeit zu reduzieren und die reguläre Nerlohnzahlung proportional zu senken. Da die Arbeitszeitverkürzung auf fünf oder sechs Stunden begrenzt ist, wird auch die Lohnkürzung festgelegt und eingeschränkt. Die Öffnungsklausel soll es den Unternehmen ermöglichen, eine ungünstige Wirtschaftslage zu überwinden. Betriebsrat und Geschäftsführung können jedoch selbst entscheiden, ob sie von der Klausel Gebrauch machen wollen. Darüber hinaus dürfen Unternehmen seit 2004 im Rahmen einer ergänzenden unternehmensspezifischen Vereinbarung eine Deckung beantragen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens, seine Innovationsfähigkeit und die Investitionsbedingungen (Pforzheimer Tarifabkommen zur Standortsicherung) zu verbessern.

Die Zusatzvereinbarungen sollen bestehende Arbeitsplätze sichern oder die Schaffung neuer Arbeitsplätze erleichtern. Sie können nur von der Gewerkschaft und dem Arbeitgeberverband vereinbart werden. Der Betriebsrat und die Geschäftsführung der antragstellenden Firma sind jedoch direkt in den Verhandlungsprozess eingebunden. Prominente Fälle für die Anwendung der Pforzheimer Vereinbarung waren Vergleiche bei Siemens und Daimler, die beide 2004 stattfanden (DE0508103S). Schließlich ist der hohe Anteil weiblicher Arbeitnehmer im Einzelhandel als Spiegelbild des kulturellen Wandels in Bezug auf die Gleichstellung der Geschlechter keine akzeptable Entschuldigung mehr für die niedrigen Gewerkschaftszugehörigkeitsraten und Gewerkschaften, die im Einzelhandel wie auch in anderen Sektoren tätig sind, geschlechtssensiblere Ansätze verfolgen. Die endgültigen Ergebnisse sind jedoch wieder einmal ambivalent, da diese neuen Ansätze immer noch nur sehr begrenzte Auswirkungen auf den wirklichen Kampf gegen die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern haben. (Maria Caprile, Fundacion CIREM) In anderen Ländern ist die Vertretung der Arbeitgeber im Einzelhandel geteilt. In vielen Fällen folgt die Sparte im Wesentlichen den Kriterien der Größe (oder Art) des Unternehmens oder der Differenz zwischen dem gewinnorientierten privaten Sektor und den Genossenschaften. Dies ist in Bulgarien, Irland und der Slowakei der Fall (alle mit zwei Organisationen), Spanien (drei) und Italien und Ungarn (jeweils vier). Ähnlich verhält es sich in Norwegen mit zwei Hauptorganisationen, obwohl es auch andere, weiter reichende Organisationen mit einer gewissen Präsenz im privaten Sektor gibt.

In den Niederlanden ist die Vertretung der Arbeitgeber im Einzelhandel zwischen den subsektoralen Mitgliedsorganisationen des allgemeinen Arbeitgeberverbandes (VNO-NCW) und des Verbandes der kleinen und mittleren Unternehmen (MKB) aufgeteilt. KMU oder zumindest einige von ihnen sind auch in vielen anderen Ländern, darunter Ungarn, Irland, Italien und Spanien, getrennt vertreten, und große Einzelhändler haben eine eigene Organisation in Ungarn und Spanien. Getrennte Genossenschaftsorganisationen gibt es in Bulgarien, Ungarn, Italien (zwei), Norwegen und der Slowakei. Die ständigen Angriffe auf den Sonntag als Ruhetag im Einzelhandel sind die Folge eines sinnlosen, gegenseitig destruktiven Wettbewerbs, vor allem unter multinationalen Einzelhandelskonzernen. Hier geht es nicht um die Interessen und Bedürfnisse der Verbraucher und schon gar nicht um die Interessen und Bedürfnisse der Beschäftigten im Einzelhandel.